Die Langhalsfrauen aus Thailand

Früher lebte ein fast unbekanntes Völkchen in Asien im Grenzgebiet zwischen Burma (heute Myanmar) und Thailand – heute kennt das Volk der Langhalsfrauen (etwas abwertend auch Giraffenfrauen genannt) fast jedes Kind. Einerseits, weil auf Grund des Krieges im Grenzgebiet zwischen Myanmar und Thailand die Zivilbevölkerung nach Thailand fliehen musste und seitdem dort in „Schaudörfern“ den Touristen vorgeführt wird, und andererseits, weil in der heutigen Zeit des Internets solche „Exoten“ wie die Padaung oder Kayan schneller weltweit bekannt werden. Sie sind zwar nicht die einzigen mit einem solchen Halsschmuck (siehe Ndebele) aber die bekanntesten.

Bei dem Bergvolk der Padaung gibt es eine Besonderheit, die viele zivilisierte Menschen fasziniert und gleichzeitig abschreckt: die Mädchen und Frauen (und nur diese) tragen schwere Messingringe um den Hals, die den Hals optisch unnormal lang erscheinen lassen. Diese scheinbar grausame Tradition wird auch heute noch fortgesetzt, obwohl auch den Padaung mittlerweile bekannt ist, dass dadurch nicht der Hals verlängert sondern in der Wachstumsphase der Mädchen nur der Brustkorb unnatürlich und irreversibel nach unten gedrückt wird.

Um diese Verformung des Skelettes zu erreichen und ihrem Schönheitsideal zu folgen, bekommen die Mädchen schon mit vier bis sechs Jahren ihre ersten Ringe um den Hals gelegt. Diese Ringe sind in Wirklichkeit eine lange Messingspirale, die die Mütter ihren Töchtern eigenhändig um den Hals formen.

Einmal geformt, verbleiben diese Ringe mindestens ein Jahr am Hals, bis sie durch eine längere Spirale ersetzt werden. Ist die Wachstumsphase beendet, haben die meisten Mädchen schon über zwanzig Ringe um den Hals und die Zeitdauer bis zum nächsten Wechsel wird auf bis zu zehn Jahre verlängert.

Die Ringe oder besser die Halsspirale bleibt normalerweise ein Leben lang um den Hals und wird auch beim Arztbesuch nicht abgenommen. Allerdings haben sich schon ein paar Frauen entschieden, den Halsschmuck dauerhaft abzunehmen, um so gegen den mit ihnen durchgeführten „Menschenzoo“ zu protestieren. geholfen hat es ihnen wenig. Die Bewohner der „Schaudörfer“ sind nur Flüchtlinge in Thailand und dürfen außerhalb der Dörfer nicht arbeiten.

 
Von Männern und Frauen vieler Naturvölker wird zusätzlich zum Hals- und Armschmuck auch Schmuck aus verschiedensten Materialien an den Beinen, vom Knöchel aufwärts oder oberhalb der Wade getragen. Besonders interessant finde ich dabei metallene Reifen bzw. Spiralen an den Beinen der Padaung.

Ja, wenn ich viel Geld zusammen habe, werde ich natürlich auch mal zu so einem Dorf reisen. Aber weniger als Tourist sondern als „Gleichgesinnter“ zum Gedankenaustausch. Ich hätte da viele Fragen …

Liebe Grüße

Euer #Falexoo der Edelstahlfalke


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.